Die Mathematik der Ahnen. Eine Million Vorfahren.

Eine kleine Rechenaufgabe

Um geboren werden zu können, brauchtest du …:

  • 2 Eltern,
  • 4 Großeltern,
  • 8 Urgroßeltern,
  • 16 Ururgroßeltern,
  • 32 dreifache Urgroßeltern,
  • 64 vierfache Urgroßeltern,
  • 128 fünffache Urgroßeltern,
  • 256 sechsfache Urgroßeltern,
  • 512 siebenfache Urgroßeltern,
  • 1024 achtfache Urgroßeltern,
  • 2028 neunfache Urgroßeltern.

Über zwölf Generationen in den letzten vierhundert Jahren brauchte es 4096 Vorfahren, damit du geboren werden konntest. (Quelle: Lyrical Zen)


Das Leben unserer Vorfahren

Manchmal fragen wir uns, wer wir sind. Es ist die wohl wichtigste Frage, die uns beschäftigt. Warum erleben wir, was wir erleben? Warum sehen wir so aus, wie wir aussehen?
Wenn wir auf all das schauen, was unsere Vorfahren erlebt haben, bevor wir jetzt unser Leben leben dürfen, können wir gar nicht anders, als uns zu fragen: Welchen Einfluss hatten sie auf uns?
Welche Kämpfe mussten all diese Generationen ausfechten? Wie viele Kriege haben sie erlebt? Wie viele Liebesgeschichten? Wie viele Kinder haben sie verloren? Wie viele Träume haben sie gehegt? Wie viel Glück haben sie gekannt? Wie viele Reisen haben sie unternommen? Welche Krankheiten haben sie überlebt und welche nicht? Kannten sie Armut oder Reichtum? Welche Berufe haben sie ausgeübt? Welche Gefahren sind ihnen begegnet? Welche Entdeckungen haben sie gemacht? Waren sie nah an ihren Gefühlen oder weit davon entfernt? Hatten sie schöne Chancen? Gab es Helden oder Heldinnen unter ihnen? Heilige oder Verbrecher? Waren sie abhängig oder unabhängig? Welche Rolle spielten Religion und Rituale in ihrem Leben?

Photo Scottish Guy by Pixabay
Foto Scottish Guy von Pixabay

Demut

Ich weiß nicht, was diese beeindruckende Zahl mit dir macht, liebe Leserin, lieber Leser. Ich selbst spüre einen tiefen Respekt für meine Familienlinien und ihre Geschichte. Ein Gefühl, als wollte ich mich mit der Hand auf dem Herzen tief verneigen. Und eine Demut, weil mir bewusst wird, dass wir alle nur ein kleines Glied in einer sehr langen Kette sind. Denn auch wir werden irgendwann zu einer unermesslich großen Zahl von Vorfahren gehören – für Nachkommen, die uns nie persönlich kennen werden. In den Ausbildungen zu Familienaufstellungen stellen wir manchmal lange Reihen von Vorvätern und Vormüttern auf. Eine eindrucksvolle Erfahrung. Die Verneigung geschieht dann ganz von selbst.


Die Wirkung unserer Ahnengeschichte

Von Generation zu Generation werden Talente, körperliche Merkmale, gesundheitliche Veranlagungen und vieles mehr weitergegeben. Das verstehen wir, und wir sehen es selbst, wenn wir uns, unsere Eltern, Großeltern und Kinder anschauen. Doch auch Überzeugungen und unverarbeitete Gefühle tragen wir von Generation zu Generation weiter. Deshalb kann unser Leben wie ein komplexes Muster aus Fäden aussehen, die untrennbar miteinander verwoben sind. Das merken wir vor allem, wenn wir uns auf die Suche danach machen, wer wir sind, warum wir hier sind und was unsere Aufgabe in diesem Leben ist. Wir glauben, ein bestimmtes Problem in ein paar Wochen oder Monaten lösen zu können, und stellen dann fest, dass jede Bewegung, nach der wir suchen, eine neue Suche in Gang setzt. Immer wieder zeigt sich ein neuer Aspekt, eine tiefere Schicht, die Aufmerksamkeit braucht. „Ich bin jetzt schon so lange dabei“, seufzen Klientinnen und Klienten dann. „Es scheint nie aufzuhören.“ Und tatsächlich: Es hört nicht auf. Der Einfluss der vielen früheren Generationen wirkt unermüdlich in unserem eigenen Leben weiter, das zeigen uns Familienaufstellungen immer wieder. Unsere persönliche Geschichte ist etwas verwickelter als ein Puzzle mit fünftausend Teilen.

Ich habe sie nie gekannt.

Immer wieder sehe ich Ungläubigkeit in den Augen meiner Klientinnen und Klienten. „Wie können diese früheren Generationen denn einen Einfluss auf mich haben? Ich habe sie nie gekannt. Ich weiß nichts über sie.“ Es stimmt, dass dein bewusstes Gedächtnis nichts über deine ferne Familiengeschichte weiß und sich an nichts erinnert – dein energetisches Feld aber sehr wohl. Dieses Feld gehört zu einem viel größeren, für uns unbewussten energetischen Familienfeld, das wie ein gewissenhafter Buchhalter alle Ereignisse und die dazugehörigen Gefühle festhält, mit dem Ziel, Situationen, die aus dem Gleichgewicht geraten sind, wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Was ins Gleichgewicht gebracht werden will, zeigt sich in Form von Schwierigkeiten, denen du auf deinem Lebensweg begegnest. Die Frage, die ich dann höre, lautet: „Woher kommt das? Warum passiert das?“ Tatsächlich keine einfache Aufgabe, denn auf der mentalen Ebene erinnern wir uns nicht an den Ursprung.

Photo Mr Cup/Fabien Farral by Unsplash
Foto Mr Cup/Fabien Farral von Unsplash

Eine verpasste Chance in der Schule

Wir gehören zu den ersten Generationen, die den Luxus haben, ziemlich viel Zeit darauf verwenden zu können, alte Ungleichgewichte zu heilen, die wir in uns tragen. Was für eine großartige Zeit! Für uns selbst und für das Kollektiv. Großartig, weil wir uns so innerlich freier machen und unseren Kindern ein weniger belastetes System weitergeben können. Großartig aber auch in dem Sinne, dass die Gefühle manchmal heftig sein können. Schade, dass wir weder in der Schule noch zu Hause lernen, wie wir mit haushohen übernommenen Gefühlen aus der Vergangenheit und mit solchen Pop-ups umgehen können. Was für eine verpasste Chance für uns selbst und für unsere Kinder – und damit auch für die Gesellschaft.


Der wiederhergestellte Fluss der Liebe

Zum Glück machen sich immer mehr Menschen auf die Suche, um sich von den Lasten zu befreien, die sie auf ihren Schultern spüren. Dafür gibt es viele Wege. Einer davon sind Familienaufstellungen. Sie haben die Kraft, dir einen befreienden Blick auf deine Familiensituation zu schenken, bei dem die Lasten von deinen Schultern gleiten, die Liebe wieder fließen darf und die warme Verbindung zu den Vorfahren wiederhergestellt werden darf. Es braucht zwar etwas Mühe, das Denken loszulassen und sich dem Prozess hinzugeben, aber es ist mehr als lohnenswert.

Photo Tyler Nix by Unsplash
Foto Tyler Nix von Unsplash

Die Wirkung auf die Bildung

Wenn wir uns vor Augen halten, wie sehr unsere Familiengeschichte unseren Alltag prägt, kannst du dir vorstellen, dass Schülerinnen und Schüler nicht ohne ihre Vorfahren im Klassenzimmer sitzen. Die meisten Schulen berücksichtigen wohl den Einfluss der Familie des Kindes, doch weiter geht es nicht. Das Wissen um die tatsächlichen Ereignisse im Familiensystem kann dem Kind weiterhelfen, wenn Lern- oder Verhaltensprobleme, Versagensangst oder Konzentrationsschwierigkeiten auftreten. Dasselbe gilt für das Wirken des Personals oder der Schulleitung. Die Funktion macht dabei keinen Unterschied. Eigentlich sind diese Probleme nichts anderes als die Buchhaltung des großen energetischen Feldes, das versucht, ein Gleichgewicht wiederherzustellen. Durch Bildungs- und Familienaufstellungen lässt sich klären, ob ein auftretendes Problem seinen Ursprung in der Schule oder im Familiensystem hat. Wenn wir lernen, schulische Schwierigkeiten auf diese Weise zu betrachten, können wir allen Beteiligten viel schneller und tiefgreifender Erleichterung bringen, und ein angenehmer, lernfreudiger Wind kann durch die Schulen wehen.


Mit lebensfrohen Grüßen

Hilde Van Bulck.

Awareness Architect — Rednerin — Autorin — Systemische Aufstellerin und Beraterin
AMI Aktivatorin — Motivatorin — Inspiratorin

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